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Böse, brutal, banal - die 5-Minuten-Lektüre für den gestreßten T-Aktie-Inhaber
Crime
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Ein brüderlicher Coup Kurzkrimi von Jo Iseler Fonds-Manager Frank Isernhagen ist Opfer der Börsenkatastrophe geworden – ihm steht das Wasser bis zum Hals! In seiner Not kommt er auf die Idee, seinen Bruder für einen gewagten Coup einzuschalten... Schon seit zehn Minuten saß Albrecht Isernhagen im Vorzimmer zum Büro seines Bruders und wartete. An den Wänden hingen effektvoll gestaltete Werbe-Poster der Fondsgesellschaft, die seinem Bruder gehörte. Auf einem der Plakate warb ein gutgebautes, knapp bekleidetes Mädel mit dem Spruch: „Top 10-Dynamik-Fonds – Ihr erster Schritt zum Vermögen!“ Ungeduldig rutschte der etwas nachlässig gekleidete Mann im Besuchersessel herum und starrte abwechselnd auf die emsig tippende Sekretärin und die lederbeschlagene Tür des Chefzimmers. Plötzlich öffnete sie sich, und ein untersetzter Mann im eleganten Nadelstreifenanzug trat in den Vorraum. „Ah, Albrecht! Entschuldige, daß ich dich warten ließ. Ein dringendes Telefonat wegen eines Geschäfts ... Komm bitte mit durch!“ Frank Isernhagen führte seinen Bruder in sein komfortabel eingerichtetes Büro und bot ihm Platz an. „Wie wär’s mit ‘ner Zigarre? Oder einen Cognac vielleicht?“ Sein Besucher machte eine wegwerfende Bewegung: „Spar dir deine Höflichkeiten! Sag‘ mir lieber, was du von mir willst. Zum Cognac-Trinken bin ich bestimmt nicht hier.“ "Ich brauch‘ jetzt Geld -
sonst Ein feines Lächeln umspielte die Lippen des Geschäftsmannes. „Du bist immer so direkt! Also gut, kommen wir gleich zur Sache! Ich wollte dir einen Deal vorschlagen - ein Geschäft, mit dem du deine notorisch schlechte Finanzsituation entscheidend verbessern kannst.“ Ein mißtrauischer Blick seines Bruders traf ihn. „Seit wann machst du mit mir Geschäfte? Mit einem Nichtsnutz und Herumtreiber - so nanntest du mich doch erst kürzlich. Ich dachte, das hättest du als üppig verdienender Börsen-Spekulant nicht nötig.“ Frank Isernhagen lachte spöttisch auf. „Üppig...? Ha! Hast du nichts mitbekommen von der Börsenkatastrophe? Mein Fonds liegt am Boden! Viele Anleger haben ihr Geld abgezogen. Mir steht das Wasser bis zum Hals! Aber laß uns zur Sache kommen. Ich hab‘ eine Idee - ein nettes kleines Geschäft. So richtig lukrativ für uns beide. Und dafür bist du genau der richtige Mann!“ „Dann muß das ja eine ziemlich haarige Sache sein.“ "Sagen wir, sie ist etwas ungewöhnlich. Aber so etwas liebst du ja. Also paß auf: Du weißt vielleicht, daß sich kostbarer Schmuck in meinem Besitz befindet. Dieser Schmuck ist hoch versichert. Ich möchte, daß du nachts in mein Haus einbrichst und den Schmuck raubst. Selbstverständlich wirst du ihn mir hinterher wiedergeben. Aber ich zahle dir ein ansehnliches Honorar. Zwanzigtausend sind für dich dabei drin.“ Albrecht Isernhagen machte ein ungläubiges Gesicht. „Versicherungsbetrug? Ist das dein Ernst? Mit solchen Sachen willst du dich abgeben?“ Frank Isernhagen verzog keine Miene. „Mir bleibt keine andere Wahl. Ich brauch‘ jetzt Geld und zwar eine ganze Menge. Sonst kommt demnächst der Gerichtsvollzieher bei mir zum Frühstück.“ „Und was sagt deine Frau dazu? Sie ist doch auch nicht ganz unvermögend und könnte dir doch unter die Arme greifen.“ „Nein, nein, Nina weiß nichts von meinen Problemen. Im übrigen haben wir uns in letzter Zeit etwas entfremdet.“ Sein Bruder kniff die Augen zusammen und überlegte. „Wie soll das Ding denn laufen? Wirst du im Haus sein, wenn die Sache über die Bühne geht?“ „Ja. Das Ganze ist für dich ein Kinderspiel. Also - wärst du bereit, den Auftrag zu übernehmen?“ „Die zwanzigtausend könnte ich schon gebrauchen.“ „Gut, dann erkläre ich dir jetzt die Einzelheiten. Die Sache muß morgen nacht geschehen - wenn Nina bei ihrer Mutter schläft . . .“ Fortsetzung hier!
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